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Eine Fallstudie von BM Digital GmbH
Bodenbeschichtung

Mitarbeitergewinnung in der Bodenbeschichtung: 5 Einstellungen in 6 Monaten

  • 5 Einstellungen in 6 Monaten
  • Besetzt wurden Bodenbeschichter sowie Maler und Lackierer
  • Aufträge müssen nicht mehr abgesagt werden
  • Krankheitsbedingte Ausfälle sind im Team aufgefangen
TÜV SÜD Prüfsiegel für ISO 9001 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem.

Über den Kunden

Angefangen hat das 1965 mit einem Gussasphaltkocher. Franz Singhammer senior machte Abdichtungen, das war das ganze Geschäft. Acht Jahre später gab es eine eigene Estrichabteilung und über 50 Leute im Betrieb. 1980 kamen die Bodenbeschichtungen dazu, ab 2000 die fugenlosen Designböden, die heute halb Oberbayern in Bädern und Wohnzimmern liegen hat. Geführt wird die Singhammer Bodensysteme GmbH heute von Franz und Tobias Singhammer, in zweiter und dritter Generation. Der Sitz liegt im Gewerbegebiet Greimharting bei Rimsting, ein paar Minuten vom Chiemsee. Dazu kommt ein Showroom im Werkhaus in Raubling. Der Betrieb steht auf vier Beinen: Fußbodenbau, Industrieböden, Abdichtung, Bautrocknung. Von der Tiefgaragenbeschichtung bis zum Sichtestrich im Einfamilienhaus.
Branche:
Estrich und Bodenbeschichtung
Firmengröße:
ca. 70 Mitarbeiter
Standort:
Rimsting am Chiemsee
Gesuchte Positionen:
Bodenbeschichter, Maler und Lackierer

Ausgangssituation

Die Auftragsbücher waren voll. Genau das war das Problem. Mehrere Kündigungen kurz hintereinander, dazu krankheitsbedingte Ausfälle. In einem Gewerk, in dem eine Fläche an einem Tag fertig werden muss, weil das Material nicht wartet, reißt so etwas sofort ein Loch. Eine Beschichtung lässt sich nicht auf nächste Woche verschieben, wenn der Untergrund vorbereitet ist und der Kunde die Halle leergeräumt hat.
Am Ende blieb nur die unangenehme Variante: Aufträge absagen. Gute Projekte, bei denen der Preis stimmte und der Kunde schon zugesagt hatte. Jede Absage ist Umsatz, der nicht wiederkommt, und beim nächsten Mal ruft der Kunde jemand anderen an.
Für die Leute, die geblieben sind, wurde es gleichzeitig enger. Wer die Arbeit von fünf auf vier Schultern verteilt, verliert irgendwann auch die vier. Die Suche über die üblichen Wege lief ins Leere. Im Chiemgau gibt es keinen großen Bewerberpool, und Bodenbeschichter sind ein Profil, das man nicht einfach auf einem Jobportal einsammelt. Für die Rolle gibt es keinen eigenen Ausbildungsberuf. Die Leute kommen aus dem Maler- und Lackiererhandwerk, aus dem Estrichbau, manche über Umwege. Wer das kann, ist in Arbeit und wird dort gehalten.

Unser Vorgehen in 6 Schritten

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Schritt 1

Firmenanalyse und Arbeitgebervorteile

Zuerst haben wir uns angeschaut, was Singhammer als Arbeitgeber tatsächlich zu bieten hat. Nicht was auf der Website steht, sondern was ein Kollege am Freitagnachmittag im Auto erzählen würde. Zwei Punkte sind hängengeblieben. Es gibt ein Bonusmodell für die Mitarbeiter, also Geld, das oben drauf kommt und nicht nur eine Formulierung im Vertrag. Und der Umgangston ist familiär, was bei einem Betrieb in dritter Generation keine Marketingaussage ist, sondern schlicht daran liegt, dass der Chef den Namen an der Halle trägt und auf der Baustelle steht. Dazu die Arbeit selbst. Wer bei Singhammer beschichtet, macht nicht sechs Wochen dieselbe Tiefgarage. Fugenlose Designböden, Industrieflächen, Gussasphalt, Abdichtung. Für jemanden, der sich langweilt, ist das ein Argument.
2
Schritt 2

Wunschmitarbeiter-Profil

Wir haben zwei Gruppen definiert statt einer. Die erste: gelernte Kräfte aus dem Maler- und Lackiererhandwerk oder dem Estrichbau, die schon beschichtet haben. Die zweite: sorgfältige Quereinsteiger. Handwerklich, sauber, geduldig. Beschichten lernt man, wenn jemand es einem zeigt und man Wert darauf legt, dass eine Fläche gleichmäßig wird. Was man nicht beibringt, ist Sorgfalt. Diese Erweiterung war notwendig. Hätten wir nur nach fertigen Beschichtern gesucht, wären wir mit drei Leuten im Umkreis dagesessen, von denen keiner wechseln will.
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Schritt 3

Regionale Sichtbarkeit über alle relevanten Kanäle

Ausgespielt wurde über Facebook und Instagram, in einem Radius von 30 Kilometern um Rimsting. Prien, Rosenheim, Traunstein, der Raum am See. Der Radius war bewusst eng. Ein Bodenleger fährt morgens um halb sechs los. Wer dafür 50 Minuten Autobahn einplanen muss, macht das zwei Monate und sucht sich dann etwas in der Nähe. Wir wollten Leute, die bleiben, also haben wir nur dort geworben, wo das realistisch ist.
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Schritt 4

Wechselimpulse durch verschiedene Anzeigen-Angles

Es liefen mehrere Anzeigen nebeneinander, jede auf einen anderen Wechselgrund. Eine setzte beim Geld an, konkret beim Bonus. Eine bei der Abwechslung, für den, der seit zwei Jahren nur Estrich zieht und wissen will, wie so ein fugenloser Boden entsteht. Eine sprach die Quereinsteiger an, in einer Sprache ohne Fachbegriffe, damit sich auch jemand angesprochen fühlt, der aus einem anderen Gewerk kommt und sich sonst nicht getraut hätte. Eine zeigte den Betrieb und die Leute. Das Ausspielen mehrerer Ansätze parallel bringt zusätzlich Erkenntnisse. Nach zwei Wochen sieht man, welcher Grund in dieser Region zieht, und kann Budget umschichten.
5
Schritt 5

Bewerbungsprozess und Bewerbermanagement

Der Weg zur Bewerbung musste vom Handy aus in wenigen Minuten funktionieren, ohne Anschreiben, ohne Lebenslauf als PDF. Wer abends um halb zehn auf der Couch sitzt, lädt nichts hoch. Die Angaben, die für die Vorauswahl zählen, holen wir vorher ab: Erfahrung, Führerschein, Wohnort, ab wann. Damit stand für Singhammer beim ersten Blick fest, wer angerufen wird und wer nicht. Tempo war hier der entscheidende Punkt. Ein Handwerker, der sich meldet, bewirbt sich in derselben Woche noch woanders. Wer als Erster anruft, führt das Gespräch.
6
Schritt 6

Regelmäßige Auswertung und Anpassung

Über sechs Monate haben wir die Kampagne laufend nachgeschärft. Anzeigen ausgetauscht, Zielgruppen angepasst, den Fokus verschoben, wenn eine Position besetzt war und die nächste dran kam. Der Bedarf hat sich in dieser Zeit mehrfach geändert. Genau dafür ist eine laufende Kampagne da. Ein kurzer Anruf reicht, um nachzusteuern.

Das Ergebnis

In sechs Monaten sind fünf neue Mitarbeiter dazugekommen. Bodenbeschichter sowie Maler und Lackierer. Damit waren die Lücken geschlossen, die durch die Kündigungen und die Krankheitsfälle entstanden waren. Aufträge müssen seitdem nicht mehr abgesagt werden. Die Auslastung ist planbar, und im Team hat sich der Druck spürbar gelegt. Für einen Betrieb, der seit 60 Jahren am selben Ort steht, ist das der Unterschied zwischen verwalten und weitermachen.
6 Monate
5 Einstellungen

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Über Michael Bendl

Michael Bendl ist gelernter Elektroniker für Betriebstechnik und Gründer der BM Digital GmbH. Im Familienbetrieb hat er früh erlebt, was eine unbesetzte Stelle im Alltag bedeutet: mehr Druck auf alle und weniger Luft für Wachstum. Seit über 7 Jahren unterstützt er Handwerksbetriebe dabei, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Daraus sind bis heute über 500 besetzte Stellen bei mehr als 200 Partnerbetrieben entstanden. Sein Wissen teilt Michael regelmäßig auf Branchenevents und in Fachmedien, unter anderem im Gewinner Magazin.
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